Variable und fixe Kosten – Kennst du sie, rätselst du? Und by the way – ist die Unterscheidung überhaupt (noch) relevant zur Berechnung der Preisuntergrenze?
Die eiserne Regel der Revenue Manger-Theorie: Pricing ohne Preisuntergrenze ist kein System – es ist Glückssache. Wer seine variablen und fixen Kosten nicht kennt, riskiert Zimmer zu verkaufen, die Verlust statt Gewinn bringen. Ist das wirklich so oder kann die Hotellerie mit aktuellen Zahlen die Idee des Revenue Managements eventuell „anders denken“.

Von Theorie versus Praxis:
Was sind variable Kosten und können wir sie realistisch, schnell, einfach berechnen? In der Theorie klingt alles simpel. Variable Kosten stehen in direktem Zusammenhang mit der Anzahl verkaufter Zimmer. Sie steigen, wenn die Auslastung steigt – und sinken, wenn weniger Zimmer belegt sind. Im Gegensatz zu Fixkosten sind sie nicht konstant, sondern reagieren unmittelbar auf dein operatives Geschäft.
Und in der Praxis? Viele Hoteliers haben nicht einmal eine sinnvolle, zeitnahe Erfolgsrechnung. Wie soll dann die Abgrenzung von variablen zu fixen Kosten überhaupt möglich sein? Geschweige denn die variablen Kosten pro Zimmer und Nacht? Genau das ist der Punkt:
Ohne Zahlen kann keine belastbare Preisuntergrenze definiert werden. Und ohne Preisuntergrenze wird jedes Pricing-Gespräch – ob für Gruppen, Nebensaison oder Last-Minute – zum Rätselraten.
Variable Kosten in der Theorie:

Schweizer Benchmark: Warum die Evaluation so extrem knifflig ist
Die Theorie sagt, dass auch Energie/Wasser und Materialabnutzung (in der FIBU => Abschreibungen) auf die Zimmerpreise abgewälzt werden müssen. Das ist absolut korrekt. Doch was ist mit den immer höher werdenden IT/Softwarekosten? Sind das Fixkosten oder doch nicht? Welche Abgrenzung ist realistisch? Und vor allem, wer hat die effektiven Zahlen, wenn der Treuhänder erst nach Monaten die Umsätze und Aufwände in die Buchhaltung einbucht?
Weiterer Punkt: Was ist mit der Quersubentionierung des Restaurants?
Viele Hotel-Restaurants in den Ferienregionen sind nicht selbst tragend. Was heisst, die Beherbergungssparte muss – damit unter dem Strich eine schwarze Zahl steht – die Restauration quersubventionieren. Wo finden wir diese „variablen“ – oder sind es doch eher Fixkosten? – in der Theorie? Es gibt kein Lehrbuch, wo dieses Thema aufgegriffen wird.
Fazit?
Die Abgrenzung und das Rechnen mit variablen Kosten ist komplex und das Ganze wird mit den neuen Gegebenheiten immer komplexer.
Rechne mit GOPPAR oder noch besser – mit ProfPAR – statt mit RevPAR!
Darum hier ein kontroverser, anderer Ansatz: Mit möglichst automatisierter Buchführung können andere Grundlagen und KPI’s als die variablen Kosten für die Berechnung der Preise evaluiert werden.
Zum Beispiel der GOPPAR:
Dieser sagt aus, wie hoch der resultierende Gewinn pro verfügbares Zimmer pro Öffnungs- bzw. Kalendertag ist. Dabei berücksichtigt der GOPPAR sämtliche Erträge, sprich Beherbergung, Restauration, Wellness, Seminar usw., und zieht davon alle direkten sowie übergeordneten Kosten ab. Noch besser ist der ProfPAR – siehe auch LinkedIn Artikel der SHS-Academy – was heisst, Erfolg pro verfügbares Zimmer pro Öffnungstag.
Bei dieser Variante ist es wichtig, dass die Zahlen effektiv vorliegen bzw. mit einem sinnvollen Budget rechnen zu können. Anders als bei der herkömmlichen Berechnung der variablen Kosten, ist diese Variante klarer und benötigt keine mühsamen Berechnungen bzw. Zuteilung von variablen und fixen Kosten. Weiter berücksichtigt diese Berechnung auch den Faktor, dass viele Betriebe die Restaurationssparte mit der Beherbergungssparte subventionieren.
Berechnung der absoluten Preisuntergrenze auf Basis der aktuellen Kosten- und Umsatzstruktur des Hauses beziehungsweise des Budgets. Diese Analyse zeigt, ab welchem Zimmerpreis das Hotel den Break-even erreicht – also weder Gewinn noch Verlust erzielt. Die Ergebnisse sind eine strategische Entscheidungsgrundlage für die Preisgestaltung und Auslastungsplanung.
Mehr darüber erfahren? Hier findest du die Details und ein Berechnungsbeispiel.
Uns interessiert deine Meinung zum Thema:
Was denkst du? Ist dies eine Variante zum „herkömmlichen“ Berechnungsansatz oder wie berechnest du deine Preise? Wir sind gespannt auf deine Rückmeldung: hello@hotelfinance.ch